„Diversität im Museum“… da fallen einem sofort die Begriffe, Inklusion, Barrierefreiheit und Gleichstellung ein. Doch Diversität ist so viel mehr und sie bezieht sich nicht nur auf Mitarbeitende und Besuchende des Hauses, sondern vor allem auch auf die Inhalte der jeweiligen Ausstellungen.

2019 arbeiteten im Deutschen Bergbau-Museum Bochum (DBM) 218 Menschen, 130 männliche und 88 weibliche. Die Nennung von nicht-binären Menschen findet nicht statt. Da kommt schnell die Frage auf ob eine differenzierte Aufteilung der Geschlechter notwendig ist. Im Sinne der Gleichberechtigung auf jeden Fall, da nur so sichtbar wird, ob Gleichberechtigung stattfindet. Im Sinne der geschlechtlichen Diversität vielleicht auch. Um zu verdeutlichen, wie wichtig Toleranz, Respekt und Akzeptanz für die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und somit auch für die Arbeitsleistung der einzelnen Menschen ist.

Seit seiner Wiedereröffnung Ende 2018 schreibt sich das DBM eine barrierefreie Zugänglichkeit des Hauses und der Ausstellungsinhalte auf die Fahnen. Die neukonzipierte Dauerausstellung wurde unter diesem Aspekt umgesetzt. So sind Vitrinen unterfahrbar, die Zugänglichkeiten wurden mit Fahrstühlen ermöglicht und die Ausstellungstexte sind durchgängig zweisprachig vorhanden. Zudem ermöglichen digitale Medien, wie Hör- und Medienstationen, sowie der Audioguide des Hauses, den Zugang zu Ausstellungsinhalten in Hör- und Gebärdenform.

Aber auch die Inhalte der Ausstellungen spiegeln den Diversitätsgedanken wieder. Am deutlichsten wahrscheinlich im Rundgang „Steinkohle. Motor der Industrialisierung“. Dort geht es in der Ausstellungseinheit „Lebenswelt des Bergmanns“ um das Thema Arbeitsmigration und somit um die deutliche Steigerung der Interkulturalität. Leitobjekt ist der Reisekoffer eines Südkoreaners, der 1977 ins Aachener Revier kam um im Steinkohlenbergbau zu arbeiten und seitdem im Ruhrgebiet zuhause ist. Des Weiteren werden verschiedene Bildwörterbücher gezeigt, die verdeutlichen, wie mehrsprachig die Kumpel waren. Aus rund 20 Ländern kamen vor allem Männer zum Arbeiten nach Deutschland und prägten so nicht nur das Arbeitsumfeld, sondern auch das kulturelle Leben. Ausgelöst und gesteuert wurden die einzelnen Zuwanderungswellen hauptsächlich durch die Unternehmen, die schlichtweg mehr „Manpower“ benötigten.

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Last modified: Friday, 30 April 2021, 1:49 PM