17. Mehrsprachige Inhalte
Abschnittsübersicht
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Moodle "kann" grundsätzlich mehrere Sprachen. Dazu sind sog. "Sprachpakete" im Einsatz.
Diese Sprachpakete beziehen sich allerdings ausschließlich auf die Texte, die fester Bestandteil der Lernplattform sind, also z.B: Menübeschriftungen oder automatische Texte. Und ihre Anzeige ist abhängig von mehreren Einstellungen. Alles das versuche ich, in diesem Kurs aufzudröseln, damit alle Benutzenden in der Lage sind, mehrsprachige Beiträge, Inhalte oder sogar ganze Kurse zu erstellen:
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Um die eigenen Kursinhalte in mehreren Sprachen anzubieten, sind - neben der Übersetzung ;-) - mehrere Dinge notwendig.
- Ein spezieller Kursfilter muss aktiviert sein (standardmäßig an) und
- die verschiedenen Texte müssen entsprechend hinterlegt werden.
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Exkurs: HTML vs. WYSIWYG
Moodle ist am Ende des Tages auch nur eine Webseite, die in HTML (HyperText Markup Language, Info) notiert ist. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnungssprache, also eine Art der Dokumentengestaltung, in der sowohl der eigentliche Inhalt als auch Eigenschaften, Relationen und Formate innerhalb des gleichen Dokumentes beschrieben werden.
Ein Beispiel:
<h3>Überschrift</h3>
In dem obigen HTML-Schnipsel wird ein Element der Art Headline mit Hierarchiestufe 3 (=h3) erzeugt, ihr Beginn wird mit einem öffnenden Tag (<h3>) gekennzeichnet und am Ende mit dem Pendant (</h3>) geschlossen. Der Elementinhalt ist "Überschrift", wobei dt. Umlaute - je nach Zeichencodierung des Dokuments - hier durch die (veraltete) Entity-Schreibweise ersetzt sind (Ü = Ü).
<p>Dies ist der Text, mache Worte sind <strong>speziell formatiert</strong>.</p>Danach folgt ein Paragraph (<p>...</p>), in dem noch einmal eine weitere Zeichenkette als Fettschrift (<strong>) formatiert ist.
Alle Webseiten, die Sie in Ihrem Browser sehen, funktionieren genau so, allerdings ist Ihr Browser so nett, den HTML-Code zu rendern, also eben nicht das reine HTML anzuzeigen, sondern die - in obigem Beispiel - Überschriften, die Absätze und die Fettschrift als eben solche darzustellen.
Die Editoren von Moodle funktionieren allerdings im WYSIWYG-Modus, d.h. es wird versucht, aus dem eingegebenen Text im Hintergrund standardkonformes HTML zu erzeugen. Wenn Sie also einen Text über die Buttons des Editors als Liste formatieren, z.B.
- Listenpunkt 1
- Listenpunkt 2
- Listenpunkt 3
wird diese auch so im Editor-Eingabebereich angezeigt. Im Hintergrund wird die Eingabe aber als uordered list (<ul>...</ul>) mit mehreren list items (<li>...</li>) gespeichert:
<ul>
<li>Listenpunkt 1</li>
<li>Listenpunkt 2</li> <li>Listenpunkt 3</li>
</ul>
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Neben den Textfeldern, die mit dem Editor bearbeitet werden, gibt es natürlich viele weitere Texte. Zum Biespiel werden Kurstitel, Abschnittsnamen und Aktivitätsnamen ohne Editor in Eingabefeldern angegeben. Auch dort funktionieren beide Arten der Hinterlegung mehrerer Sprachen.
Dieser Kurs heißt z.B.
17. {m lang de}Mehrsprachige Inhalte{m lang}{m lang en}Multilingual content{m lang}{m lang fr}Contenus multilingues{m lang}
Alternativ ginge auch die "ältere" Technik und die Benennung
17. <span class="multilang" lang="de">Mehrsprachige Inhalte</span><span class="multilang" lang="en">Multilingual content</span><span class="multilang" lang="fr">Contenus multilingues</span>
Die ist aber etwas weniger "griffig" und man läuft eher Gefahr, in das Zeichenlimit der Eingabefelder zu laufen, da sie schlicht länger ist. Die Nummerierung (hier: "17." + [Leerzeichen]) kann man - da für alle Sprachen gültig - übrigens außen vor lassen.
Gleiches funktioniert für Abschnitte und Material- oder Aktivitätsbenennungen:
Die Mehrsprachigkeits-Auszeichnung funktioniert für Kursnamen ebenso ...
... wie für die Benennung von Abschnitten ...
... und die Aktivitäts- oder Materialnamen.
Wenn Abbildungen Texte enthalten (z.B. Beschriftungen), muss diese Grafik mehrfach hinterlegt werden, wenn sie in unterschiedlichen Sprachen unterschiedlich angezeigt werden soll. Auch hier funktioniert die Kennzeichnung mittels {m lang} bzw. <span class="multilang">:

Die Anzeige von z.B. Dokumenten, die in mehreren Sprachen vorliegen, können sog. "Voraussetzungen" genutzt werden. Für die allermeisten Kursbestandteile können diese in den jeweiligen Einstellungen konfiguriert werden:
Im Kurs (wenn der Bearbeitungsmodus eingeschaltet ist) sieht das dann so aus:
Die Einstellung "sonst verborgen" (durchgestrichenes Auge) führt dazu, dass Aktivitäten und Materialien, deren Voraussetzungen nicht erfüllt sind, komplett unsichtbar werden. Das können Sie hier testen:
Videos werden ja grundsätzlich von Moodle unterstützt, und bei der Einbettung von Videos können auch mehrere Untertitel in verschiedenen Sprachen hinterlegt werden. Seitenbesuchende können dann mit dem Button eine Untertitelsprache auswählen:
Hier kann man das Umschalten zwischen verschiedenen Untertiteln ausprobieren:
Die Untertitel müssen dazu im "Web Video Text Tracks Format" (WebVTT, Dateiendung *.vtt) vorliegen. Diese können z.B. durch Transkriptionstools automatisch erstellt und ggf. übersetzt werden. Das Format sieht beispielhaft so aus:
WEBVTT
00:00:21.000 --> 00:00:24.000
Hallo und herzlich willkommen zur Video-Anleitung
00:00:24.000 --> 00:00:26.000
Erste Schritte auf der Lernplattform,
00:00:26.000 --> 00:00:28.000
in der ich gerne ein Überblick über die Lernplattform
00:00:28.000 --> 00:00:31.000
der Technischen Hochschule Georg Agricola geben möchte.
Solange die Timecodes - also die Zeitangaben, die festlegen, wann welcher Untertitel-Schnipsel angezeigt werden soll - nicht geändert werden, kann eine weitere Sprachversion recht einfach erstellt werden. Das englischsprachige Pendant zu obigem Auszug sieht dann so aus:
WEBVTT
00:00:21.000 --> 00:00:24.000
Hello and welcome to the video tutorial
00:00:24.000 --> 00:00:26.000
"First Steps on the Learning Platform,"
00:00:26.000 --> 00:00:28.000
where I'd like to provide an overview of the
00:00:28.000 --> 00:00:31.000
learning platform of the Technical University Georg Agricola.
*.vtt-Dateien können einfach in einem Texteditor erstellt werden. Bei der *.txt-Datei kann die Dateieindung *.txt einfach in *.vtt geändert werden.
- Sprachkennzeichnungen direkt eingeben:
Bei der Nutzung der WYSIWYG-Variante direkt im Texteditor müssen die{m lang}-Kennzeichnungen nicht zwingend über den Button eingefügt werden, sondern können auch einfach direkt in das Textfeld geschrieben werden. - Überflüssige Leerzeichen entfernen:
Die{m lang}-Angaben haben – wenn sie mit dem entsprechenden Button eingefügt werden – ggf. Leerzeichen davor und dahinter, wodurch die Darstellung eventuell beeinflusst wird. Die Leerzeichen können entfernt werden, ohne die Mehrsprachigkeit zu beeinflussen.
